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Rot ist nicht gleich Rot. Es zählt vor allem, was man sich leisten kann.

Ein Farbstoff, der erst importiert werden muss, oder gar etwas so exklusives wie Purpur, ist schwerlich für einen einfachen Bürger oder Bauern bezahlbar. Heimisch angebautes Krapp ist hier beispielsweise erschwinglicher. Krapp ist neben Wau und Waid der am häufigsten belegbare Farbstoff durch das gesamte Mittelalter hindurch.

Weitere historisch bekannte Farbstoffe, mit denen im 13. Jahrhundert die rote Farbe erzielt werden konnte sind z.b.: Kermeslaus, LabkrautPurpur, das rote Laub des Holzapfelbaums und Rotholz.

Krapp  (Rubia Tinctorum)

Erste Nachweise zum gezielten Anbau gibt es in unseren Regionen ab ca. 800 n. Chr. In der Anweisung für die Verwaltung karolingischer Güter Karls des Großen. Die Krappwurzel enthält den Farbstoff Alizarin.

Von der mehrjährigen Staude werden zum Färben lediglich die Wurzelstöcke verwendet. Ab dem dritten Jahr entfalten sie getrocknet die starke Färbekraft. Heimisch war diese Pflanze ursprünglich im östlichen Mittelmeerraum und Südwest-Asien.

Krapp in Verbindung mit Eisen oder Kupfer wird bräunlich oder weinrot. Bei einer Temperatur über 80°C kann die Farbe in einen bräunlichen Farbton umschlagen. Krappfärbungen können von einem satten strahlenden Orange bis zu Feuerwehrrot viele verschiedene Rottöne ergeben.

 

Ein Rezept: 

1000g Wolle,
1500g Krapp ( getr. Wurzelstücke)
ca. 60L Wasser

Krappwurzel in kaltem Wasser (PH Wert ca.4,5) einweichen (mind. 5 Stunden) ggf. Weizenkleie dazugeben (für ein strahlendes Rot).  Gebeizte feuchte Wolle auswaschen (Beizreste vermindern die Fabintensität) zugeben und langsam unter ständigem vorsichtigem Rühren (verhindert Fleckenbildung) erhitzen. Nicht zu heiß werden lassen, wenn es nicht zu bräunlich werden soll. Nach ca. 1 – 1,5 Stunden langsam abkühlen lassen, Stoff entnehmen trocken lassen dann erst mit klarem Wasser spülen.

 

Bildbeispiele Krappfärbung:

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Rotholz ( Brasilholz)

Bei Rotholz handelt es sich um verschiedene zum Rotfärben verwendete Farbhölzer asiatischer Herkunft. Die besten Sorten kamen nach dem Zeugnis des arabischen Geografen Masudi im 10. Jh aus Hinterindien und China. Als Handelsware erscheint Rotholz (Brasilholz) 1140 in den Genueser Wiegetaxen als braxile, brasile. Um 1192 im Zollkatalog von Lodi (Italien) und seit dem Anfang des 13. Jh auf den Märkten Flanderns. Auch im Innsbrucker Färbebuch ist das Rotholz aus dem Levantehandel aufgeführt. Rotholz hat eine hohe Farbstoffkonzentration, und man kann von einem zarten Rosa bis zu einem kräftigen Weinrot verschiedene satte Farben erzielen.

Der Name brasil wird unterschiedlich erklärt:  von germanisch brasa = Brand, glühende Kohle, woraus altfranz. brese, provenzalisch bresilh, spanisch und portugiesisch brasil wird. Als die Portugiesen im Jahre 1500 die Ostküste Südamerikas erreichten, fanden sie große Mengen Fernambuk- und Bahiaholz (Farbholz brasilio) und nannten das neue Land darum Brasilien, das Rotholzland.

 

Ein Rezept:

1000g Wolle
1500g Rotholzspäne
50g Pottasche
ca. 60 L Wasser

Rotholzsspäne mit Pottasche in kalten Wasser 2 Tage einweichen, 2 Stunden kochen und abkühlen. Gebeizte feuchte Wolle zugeben und unter ständigem vorsichtigem Rühren bei ca 80°C mind. 1 Stunde färben. Auskühlen lassen, mit klarem Wasser ausspülen und trocknen.

 

Bildbeispiele Rotholzfärbungen:

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Beispiele rote Bekleidung aus Handschriften:

elbps  ml  kfb

Elisabeth-Psalter              Kirche Maria-Lyskirchen Köln         Maciejowski-Bibel

 

 

Quellenangaben für diese Artikel:

H.Schweppe, Handbuch der Naturfarbstoffe

E.E.Ploss, Ein Buch von alten Farben

Stadtarchiv Nürnberg, Die Nürnberger Tuchmacher,Weber,Färber und Breiter

Wikipedia

 

Autorin des Artikels: Manuela Helzer